Ausbildung der Studierenden

Das Besondere an dem Standort Münster ist, dass sowohl Studierende der Universität als auch Studierende der Fachhochschule Münster an dem Projekt beteiligt sind. Die Ausbildung der Studierenden beinhaltet überwiegend gemeinsame Lernziele und Inhalte bezüglich der Vermittlung der Sprachkompetenzen und der Sozialkompetenzen. Mit ihren jedoch unterschiedlichen methodischen Ansätzen hinsichtlich der Umsetzung in der Unterrichtspraxis können die Studierenden beider Hochschulen durch einen regelmäßigen Austausch voneinander lernen und ihre Arbeit dadurch bereichern.

Lernziele für die Studierenden

  • Vermittlung fundierter Kenntnisse im Bereich Deutsch als Zweitsprache (Uni und FH)
  • Vermittlung umfassender Kompetenzen in der Förderdiagnostik für Kinder mit Migrationshintergrund (Uni)
  • Vermittlung von Methoden der Sprachförderung im Rahmen der sozialen Arbeit (FH)
  • Anbindung praktischer Lehrtätigkeiten an das Studium (Uni und FH)

 

Inhalte und Methode

Uni: Den Studierenden der Universität werden zunächst vor einem theoretischen Hintergrund umfassende Kenntnisse in den wichtigsten Teilbereichen des Deutschen als Zweitsprache vermittelt. Dazu gehören u.a. die Förderung von Schreib- und Lesekompetenz, die Vermittlung der Grammatik, der Ausbau von Hörverständniskompetenzen, Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Übungen zu mündlichen Kompetenzen. Um eine individuelle Förderung der Lerner gewährleisten zu können, lernen die Studierenden unterschiedliche Möglichkeiten der Sprachstandserhebung kennen, auf deren Grundlage sie den jeweiligen Förderbedarf ermitteln können. Für die Erarbeitung aller Bereiche werden im Seminar authentische Daten, aktuelle Lehrmaterialien und Sprachbücher hinzugezogen, was bereits in der Vorbereitungsphase einen engen Praxisbezug gewährleistet.

FH : Ziel der Arbeit ist es, die Kommunikationsfähigkeit der Kinder durch Wortschatzerweiterung auszubauen. Über die Vermittlung von Gesprächstechniken und verschiedenen Methoden werden die Studierenden auf die Praxis vorbereitet. Dabei liegt der Schwerpunkt in den Seminaren insbesondere auf der Anwendung von kreativen Medien (z.B. Lieder, Theaterpädagogik, Erzählen, Tanz usw.) in der Sprachförderung, um das oben genannte Ziel zu erreichen. Die Arbeit in Gruppen im Nachmittagsbereich der offenen Ganztagsschule soll den Kindern einen anderen Zugang zur Sprache als im Schulunterricht ermöglichen, vor allem in den Bereichen Mitteilungskompetenz und Erweiterung des Wortschatzes. Die Studierenden entwickeln und führen mit den Kindern, je nach Alter, Sprachstand und Interessen, kleine Projekte durch. In den Gruppen werden auch Spiele, die die soziale Kompetenz fördern, eingesetzt.

Rahmenbedingungen zum Studienangebot

Uni:

Vor Beginn der Praxistätigkeit besuchen die Studierenden ein Vorbereitungsseminar im Umfang von zwei Semesterwochenstunden. Es wird zusätzlich ein Blocktermin von zwei Tagen eingerichtet, um die inhaltliche Vorbereitung umfassend sicherzustellen.

Für die Studierenden besteht die Möglichkeit, sich das Seminar für ihr Regelstudium anrechnen zu lassen. Je nach Studiengang und Fachsemester müssen die Studierenden dazu entsprechende Leistungen erbringen, die von der Studienordnung vorgesehen sind.

Die Studierenden weisen eine unterschiedliche Semesterzahl auf (meist zwischen dem dritten und sechsten Fachsemester). Die Praxistätigkeit kann den Studierenden zudem als Kernpraktikum im Zuge ihres Lehramtsstudiums angerechnet werden.

FH:

Das Projekt findet im Rahmen des im Studium vorgesehenen Projektstudiums statt, nach Abschluss des Grundlagenstudiums. Im Vorbereitungssemester werden die Studierenden in drei Lehrveranstaltungen auf die Projektarbeit vorbereitet: Migration und interkulturelle Kommunikation, Spracherwerb und Methoden der Sprachförderung und Kreative Methoden. Die praktische Arbeit in den Schulen wird danach ein Jahr lang durchgeführt und mit einer schriftlichen Reflexion als Prüfungsleistung abgeschlossen.

Praxisbegleitung

Nach dem Vorbereitungsseminar im Wintersemester folgt ein praktikumsbegleitendes Seminar im Sommersemester, bei dem die Inhalte des Vorbereitungsseminars ausgebaut und vertieft werden.

Es finden regelmäßige Treffen für die Studierenden statt, bei denen sie von ihren Erfahrungen in der  Schule berichten und Materialien und Tipps für den Förderunterricht austauschen können. Parallel dazu finden regelmäßige Hospitationsbesuche von beiden Kooperationspartnern statt, sodass die Studierenden während ihrer Arbeit ein umfassendes Feedback bekommen.

Die Studierenden können sich zudem in einer wöchentlichen Sprechstunde oder nach Vereinbarung persönlich an die Projektkoordinatoren vor Ort wenden.