Ausbildung der Studierenden am Standort Bonn

Lernziele für die Studierenden

  • Fundierte Kenntnisse der schulischen Mehrsprachigkeit und der Entwicklung der Zweitsprache Deutsch
  • Diagnostik des Sprachstandes der Zweitsprache Deutsch in allen Fertigkeitsbereichen
  • Entwicklung von individualisierten Förderplänen
  • Unterrichtsplanung und kritische Reflexion des eigenen Unterrichts 
  • Techniken des sprachsensiblen Unterrichtens in allen Fächern

Inhalte und Methode

Am Projekt werden Lehramtsstudierende bevorzugt mit dem Fach Deutsch beteiligt. Aufgrund der Neueinführung des Lehramtsstudiums an der Universität Bonn werden zu Projekteinstieg im Wintersemester 2011/12 Studierende im ersten Semester am Projekt teilnehmen.

In den am Nachmittag stattfindenden Lerngruppen sollen die Studierenden die Arbeit an und mit Sprache in einem ganzheitlichen Zugang ermöglichen, sodass die Kinder Sprache strukturiert über alle Sinne erfahren können. Dies ermöglicht den Kindern neue Lernwege und kommt ihrem Wunsch nach Bewegung entgegen.

Rahmenbedingungen zum Studienangebot

Die Ausbildung der studentischen Förderlehrkräfte erfolgt an der Universität Bonn durch Seminare und Tutorien.

Zu Beginn des Wintersemesters wird durch das Bonner Zentrum für Lehrerbildung  eine Informationsveranstaltung zum Projekt für Studierende des Lehramtes durchgeführt. Interessierte Studierende werden in einer weiteren zweistündigen Veranstaltung genauer über die Projektziele und -bedingungen informiert und verfassen ein Interessentenprofil. Nach Auswahl der Studierenden verpflichten sich diese für eine Projektdauer von drei Semestern zur Teilnahme  an Vorbereitungsseminaren, Hospitationen, Begleittutorien und Durchführung von Sprachbildungsunterricht an Schulen. Es erfolgt eine Teambildung aus zwei Studierenden pro Klasse, sodass einerseits ein inhaltlicher Austausch unter Studierenden ermöglicht wird, andererseits auch für die Schulen eine größtmögliche Zuverlässigkeit des Angebotes gewährleistet werden kann.

Vorbereitende und begleitende Seminare

Vor Beginn der Hospitationen nehmen die die Studierenden an einem Vorbereitungsseminar im Umfang von zwei Semesterwochenstunden teil. Dieses wird in Form eines  Blockseminars gestaltet, dessen Besuch Voraussetzung für die Projektteilnahme ist. Das dabei vermittelte theoretische Wissen aus den Bereichen Migration, Bildungserfolg, sprachliche Strukturen, durchgängige Sprachbildung und Theorien des Spracherwerbs wird durch die Arbeit an authentischen Schülerdaten und Sprachproduktionen (mündlich und schriftlich) und anwendungsbezogenen Techniken und Materialien für den Unterricht ergänzt, sodass bereits im Vorbereitungsseminar ein starker Praxisbezug hergestellt wird.

Die Inhalte des Vorbereitungsseminars sind:
  • Schulische Mehrsprachigkeit und Individuelle Mehrsprachigkeit
  • Theorien des Zweitspracherwerbs
  • Die Sprache der Schule – Merkmale schulischen Sprachgebrauchs
  • Stolpersteine des Deutschen – Herkunftssprachen
  • Stufen sprachlicher Anforderungen – Niveaubeschreibungen DaZ in der Primarstufe
  • Sprachstandsdiagnostik
  • Techniken der Unterrichtsvorbereitung und -durchführung
  • Lernwirksame Arbeitsformen

Für die Studierenden besteht die Möglichkeit, sich die Teilnahme am Projekt und die damit verbundene Fördertätigkeit als außerschulisches Berufsfeldpraktikum (Pflichtleistung im Bachelorstudiengang Lehramt) anerkennen zu lassen.

Hospitationen und Praxisbegleitung

Nach den Herbstferien und dem Besuch des Vorbereitungsseminares hospitieren die Studierenden in den Projektschulen sowohl im Regelunterricht als auch in an den Schulen angebotenen Förderstunden. Dies ermöglicht einen ersten Einblick in die mehrsprachige Realität des Schulalltags, lässt erste kritische Beobachtungen zu und ermöglicht eine schrittweise Annäherung aller Projektbeteiligten vor Ort, d. h. von Kollegium, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Studierenden.

Ein zum Zeitpunkt der Hospitationen einsetzendes wöchentliches Tutorium dient der Reflexion der Beobachtungen aus den Hospitationen, unterstützt bei der Diagnostik von Schülerleistungen und gibt zu einem späteren Zeitpunkt Raum für die Vor- und Nachbereitung des konkreten Fördereinsatzes. Das Tutorium wird gemeinsam durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin und die abgeordnete Lehrerin durchgeführt. Am Tutorium nehmen die in einem Team arbeitenden Studierenden gemeinsam teil.

Inhalte der Tutorien:

  • Vorbereitung des Unterrichts
  • Auswahl und Zusammenstellung von Unterrichtsmaterialien
  • Techniken der systematischen Unterrichtsbeobachtung
  • Auswertungen der Beobachtungen
  • Nutzung und Vergleich unterschiedlicher Sprachstandsdiagnoseinstrumente
  • Umgang mit sprachlicher Heterogenität
  • Gestaltung von Einheiten zur individualisierten Sprachbildung
  • Selbstreflexion der Lehrtätigkeit und der Lehrerrolle

In den wöchentlich abgehaltenen Tutorien werden die Studierenden sowohl von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin als auch von der abgeordneten Lehrerin begleitet und beraten. Zusätzlich zu den Tutorien finden regelmäßige Treffen für alle Studierenden statt, bei denen sie ihre Erfahrungen an den Schulen und eingesetzte Unterrichtsmaterialien austauschen können und weiteren Input erhalten. 

Parallel finden regelmäßig durch die abgeordnete Lehrerin (und im Rahmen der Ausbildung und Begleitung der Studierenden  durch die wissenschaftliche Mitarbeiterin) Besuche und Hospitationen an den Schulen statt, um den Studierenden so ein professionelles Feedback ihrer Arbeit geben zu können.